Grenzen überwinden, Mobilität verbessern
Europa lernt voneinander im Projekt CROSUSMOB
Grenzüberschreitende Mobilität trifft in Europa noch immer häufig auf administrative, technische oder tarifliche Herausforderungen. Im Interreg-Europe-Projekt CROSUSMOB arbeiten sechs europäische Regionen daran, solche Hürden besser zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Als einziger deutscher Projektpartner bringt der Aachener Verkehrsverbund (AVV) dabei seine langjährige Erfahrung im grenzüberschreitenden Nahverkehr ein und gewinnt gleichzeitig neue Impulse für die Weiterentwicklung der Mobilität in der Euregio Maas-Rhein.
Gemeinsam für nachhaltige Mobilität in europäischen Grenzregionen
Wie gelingt es, Menschen auch über Ländergrenzen hinweg einfach und nachhaltig mobil zu machen? Dieser Frage widmet sich das europäische Projekt CROSUSMOB („Cross Border Sustainable Mobility“). Seit April 2024 arbeiten Verkehrsbehörden, Aufgabenträger und Forschungseinrichtungen aus Spanien, Deutschland, Slowenien, Ungarn, Frankreich und den Niederlanden gemeinsam an Strategien für eine bessere grenzüberschreitende Mobilität. Das von Interreg Europe geförderte Projekt läuft über vier Jahre und verfügt über ein Gesamtbudget von rund 1,5 Millionen Euro. Der AVV ist dabei das einzige deutsche Mitglied des internationalen Projektkonsortiums.
Wissen teilen, voneinander lernen
Im Mittelpunkt des Projekts steht der direkte Austausch zwischen den Partnerregionen. Bei regelmäßigen Fachbesuchen erhalten die Beteiligten Einblicke in erfolgreiche Projekte, innovative Mobilitätsangebote und unterschiedliche organisatorische Rahmenbedingungen. So standen bei den bisherigen Treffen unter anderem Themen wie intermodales Ticketing, Fahrplansynchronisierung über Ländergrenzen hinweg, grenzüberschreitende Bahnverbindungen oder die Integration verschiedener Verkehrsträger im Fokus.
Auch der AVV konnte seine Erfahrungen einbringen. Beim Projekttreffen in Aachen präsentierten die Partner aus der Region unter anderem die euregionale Zusammenarbeit im ÖPNV, das Ticketing-Projekt easyConnect sowie Aktivitäten und Ziele in Interreg-Projekten. Exkursionen nach Maastricht und Gespräche mit regionalen Akteuren machten deutlich, wie eng Mobilität und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Euregio Maas-Rhein bereits heute miteinander verknüpft sind.
Die Region aktiv einbinden
Ein wichtiger Bestandteil von CROSUSMOB ist die Zusammenarbeit mit regionalen Stakeholdern, die als Multiplikatoren zum Projekt beitragen und gleichzeitig die Einblicke in ihre Arbeit einfließen lassen können. Dafür hat der AVV ein eigenes Expertennetzwerk aufgebaut, dem unter anderem die Euregio Maas-Rhein, go.Rheinland, die Stadt Aachen, die Provinz Limburg angehören. Auf diese Weise werden regionale Erfahrungen und Perspektiven unmittelbar in das Projekt integriert und die gewonnenen Erkenntnisse können direkt vor Ort genutzt werden.
Gemeinsame Studie liefert neue Erkenntnisse
Begleitend zum Erfahrungsaustausch entsteht eine umfassende Studie zur grenzüberschreitenden Mobilität in Europa. Sie untersucht unter anderem wahrgenommene Mobilitätsbarrieren, Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit sowie die Durchlässigkeit grenzüberschreitender Verkehrsangebote. Ziel ist es, die unterschiedlichen Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in europäischen Grenzregionen besser zu verstehen und Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Impulse für die Mobilität von morgen
Die Herausforderungen grenzüberschreitender Mobilität ähneln sich vielerorts in Europa. CROSUSMOB schafft deshalb einen Rahmen, um Erfahrungen zu bündeln, voneinander zu lernen und erfolgreiche Ansätze über Ländergrenzen hinweg nutzbar zu machen. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen dazu beitragen, bestehende Mobilitätsangebote weiterzuentwickeln und den öffentlichen Verkehr in Grenzregionen langfristig attraktiver und nachhaltiger zu gestalten. Durch die intensive Zusammenarbeit entstehen wertvolle Netzwerke und nachhaltige Strukturen, die auch über das Projekt hinaus einen Mehrwert bieten können.