Mobilität im Wandel
MiD-Ergebnisse für das go.Rheinland-Gebiet: weniger Wege, kürzere Distanzen und ein wachsender Umweltverbund
Homeoffice, Deutschlandticket und der Boom von E-Bikes haben das Mobilitätsverhalten in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Die kürzlich vorgelegten Ergebnisse der Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ (MiD) zeigen: Die Menschen im go.Rheinland-Gebiet sind seltener unterwegs, legen kürzere Wege zurück und nutzen häufiger klimafreundliche Verkehrsmittel. Mit mehr als 20.000 befragten Haushalten liefert die Erhebung die umfassendste Datengrundlage zur Mobilität in der Region seit 2017.
Seltener unterwegs als noch vor wenigen Jahren
Im Durchschnitt werden im go.Rheinland-Gebiet täglich 2,8 Wege pro Person zurückgelegt. Bei rund 4,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern entspricht das einem täglichen Verkehrsaufkommen von fast 13 Millionen Wegen.
Im Vergleich mit der Erhebung im Jahr 2017 zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Mobilität. Im Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) sank die Zahl der täglichen Wege pro Person von 3,6 auf 2,8, im Gebiet des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) von 3,1 auf 2,9 Wege. Auch die zurückgelegten Distanzen werden kürzer: Im AVV verringerte sich die tägliche Reiseweite von 41,8 auf 33,1 Kilometer, im VRS von 37,9 auf 33,6 Kilometer.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Tätigkeit im Homeoffice. Viele Arbeitswege entfallen heute vollständig oder werden seltener zurückgelegt. Dadurch sinken sowohl die Zahl der Wege als auch die täglich zurückgelegten Strecken.
Der Umweltverbund gewinnt
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei der Wahl der Verkehrsmittel. Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr gewinnen gegenüber dem Auto an Bedeutung. Gemeinsam macht der Umweltverbund inzwischen 52 Prozent aller Wege im go.Rheinland-Gebiet aus. Verglichen mit 2017 entspricht dies einem Zuwachs von sechs Prozentpunkten.
Der größte Gewinner ist dabei der Fußverkehr. Mittlerweile wird mehr als jeder vierte Weg im go.Rheinland-Gebiet zu Fuß zurückgelegt. Der Anteil stieg von 23 auf 27 Prozent. Auch der Radverkehr gewinnt weiter an Bedeutung und erreicht zwölf Prozent aller Wege. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kommt auf 13 Prozent.
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„Die Ergebnisse der MiD 2023 zeigen, dass die Menschen im go.Rheinland-Gebiet ihr Mobilitätsverhalten zunehmend an nachhaltigen Alternativen ausrichten. Diese Entwicklung bestätigt unseren Kurs, den Umweltverbund konsequent zu stärken und attraktive Mobilitätsangebote für die Region weiter auszubauen.“
E-Bikes sorgen für Rückenwind
Einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Radverkehrs leistet die starke Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes. Während 2017 erst acht Prozent der Haushalte im go.Rheinland-Gebiet über ein E-Bike verfügten, liegt dieser Anteil inzwischen bei 21 Prozent.
Auch bundesweit setzt sich dieser Trend fort. Bereits knapp jedes sechste Fahrrad verfügt inzwischen über elektrische Unterstützung, und mehr als ein Drittel aller mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer wird auf einem Pedelec gefahren. Die elektrische Unterstützung ermöglicht längere Wege und macht das Fahrrad für viele Menschen zu einer attraktiven Alternative im Alltag.
Deutschlandticket und eezy.nrw setzen Impulse
Auch neue Tarifangebote setzen Impulse. Mit dem Deutschlandticket und dem eTarif eezy.nrw wurden im Erhebungszeitraum wichtige Voraussetzungen für einen einfacheren Zugang zum öffentlichen Verkehr geschaffen. Die im Erhebungszeitraum beobachtete Stabilisierung des ÖPNV deutet darauf hin, dass attraktive und unkomplizierte Tarifangebote einen wichtigen Beitrag zur Nutzung von Bus und Bahn leisten können.
Städte treiben die Entwicklung
Ein Blick auf die Kreise und kreisfreien Städte zeigt, dass sich die Veränderungen regional unterschiedlich stark ausprägen. Besonders deutlich treten die Entwicklungen in den großen Städten des Verbandsgebiets sowie in den angrenzenden Vorort- und Umlandbereichen hervor.
In Bonn sank der Anteil des motorisierten Individualverkehrs von 41 auf 30 Prozent und damit stärker als in jeder anderen Kommune des Verbandsgebietes. Gleichzeitig hat der öffentliche Verkehr leicht hinzugewonnen. Bonn zeigt damit die stärkste Abkehr vom Auto.
Auch Köln setzt den eingeschlagenen Trend fort. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ging von 36 auf 31 Prozent zurück, während der ÖPNV mit 19 Prozent einen stabil hohen Anteil erreicht. Insbesondere der Fußverkehr gewinnt in der Domstadt weiter an Bedeutung.
Die Veränderungen beschränken sich nicht auf die Städte entlang der Rheinschiene. Auch in der Stadt Aachen geht der Anteil des motorisierten Individualverkehrs deutlich zurück – von 47 auf 39 Prozent. Damit zeigt sich der Trend zugunsten des Umweltverbundes auch im westlichen Teil des go.Rheinland-Gebiets.
Modalsplit ausgewählter Städte im go.Rheinland-Gebiet im Zeitvergleich 2017 und 2023
Während die Städte vorangehen, zeigen sich auch in den Umlandkommunen Veränderungen. Im Rhein-Sieg-Kreis reduzierte sich der Anteil des motorisierten Individualverkehrs von 62 auf 57 Prozent, im Rhein-Erft-Kreis von 58 auf 54 Prozent. Trotz weiterhin hoher Pkw-Anteile zeichnet sich auch in den Umlandkommunen ein Wandel hin zu nachhaltigeren Mobilitätsformen ab.
Mobilität von morgen braucht verlässliche Daten
Die Ergebnisse der MiD 2023 zeigen, dass sich das Mobilitätsverhalten der Menschen im go.Rheinland-Gebiet im Wandel befindet: weniger Wege, kürzere Distanzen und eine stärkere Nutzung des Umweltverbunds.
Die Analyse macht deutlich, dass die Mobilitätswende Wirkung entfaltet. Insbesondere der Fuß- und Radverkehr gewinnen an Bedeutung und tragen dazu bei, den Umweltverbund nachhaltig zu stärken.
Die nächste bundesweite Erhebung ist für das Jahr 2028 geplant. Unter dem Projektnamen „Mobilität in Deutschland PLUS“ (MiD+) wird die Studie bereits weiterentwickelt. Damit bleibt sie auch künftig eine wichtige Grundlage für die Planung und Gestaltung einer nachhaltigen Mobilität in der Region.
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„Die MiD liefert uns eine belastbare Grundlage, um Mobilität in der Region zielgerichtet weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse zeigen, wo wir bereits Fortschritte erzielen und in welchen Bereichen weiterer Handlungsbedarf besteht.“
Die MiD ist die zentrale bundesweite Erhebung zum Verkehrsverhalten der Bevölkerung und wird regelmäßig durchgeführt. Die MiD 2023 basiert auf einer bundesweiten Befragung von mehr als 218.000 Haushalten und rund 421.000 Personen im Zeitraum von Mai 2023 bis Juni 2024 und erfolgte im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr. go.Rheinland – Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), Fördergeber für Investitionen in den ÖPNV und den SPNV sowie Träger regionaler Mobilitätskonzepte im Rheinland – hat sich darüber hinaus an einer regionalen Aufstockung der Interviews beteiligt, um belastbare und differenzierte Aussagen für die Region Köln – Bonn – Aachen zu ermöglichen.