Freie Fahrt für den Ausbau der S 11

Bund und Land sagen 836-Millionen-Finanzierung zu 

+++ Baurecht für zwei Planungsabschnitte

Mehr Platz, engerer Takt, höhere Verlässlichkeit: Der geplante Ausbau der S 11 zwischen Köln und Bergisch Gladbach wird für die Fahrgäste einen spürbaren Mehrwert haben. Seit Frühjahr 2026 ist die Ertüchtigung der teilweise eingleisigen Strecke mit der Unterzeichnung des Realisierungs- und Finanzierungsvertrags monetär in trockenen Tüchern: Das Land Nordrhein-Westfalen hat eine Co-Finanzierung in Höhe von 305 Millionen Euro zugesagt.

Zweitgrößtes Infrastrukturprojekt des Landes

Der Bund fördert das Projekt mit weiteren 531 Millionen Euro. Mit dem Gesamtfördervolumen von 836 Millionen Euro ist der S-11-Ausbau das zweitgrößte Infrastrukturprojekt des Landes hinter der Betuwe-Linie Oberhausen – Emmerich (ABS 46). Er wird weit über die Anrainer-Kommunen Köln und Bergisch-Gladbach hinaus einen positiven Effekt haben: Durch die besseren Zugkreuzungsmöglichkeiten auf der dann durchgängig zweigleisigen Strecke ist die S 11 perspektivisch nicht mehr so verspätungsanfällig. Hierdurch wird sich die Betriebsqualität im gesamten Knoten Köln – und weit darüber hinaus – verbessern. Im Kölner Hauptbahnhof und am Deutzer Bahnhof werden zusätzliche S-Bahnsteige entstehen. Dadurch können künftig je Fahrtrichtung zwei S-Bahnen gleichzeitig in die hochfrequentierten Bahnhöfe einfahren, um die Zugfolge im S-Bahn-Netz erhöhen zu können. Außerdem enthält die Maßnahme den Neubau des Haltepunkts Köln-Kalk West sowie den barrierefreien Ausbau bestehender Haltepunkte.

„Der Ausbau der S 11 ist ein gewaltiges Projekt mit bundesweiter Strahlkraft, Herzstück des Knoten-Köln-Ausbaus. Das zeigt nicht nur die immens hohe Fördersumme, für die wir Bund und Land sehr dankbar sind. Auch der vorbildhafte Schulterschluss unserer Region in Kombination mit den vielen hilfreichen Hinweisen aus der frühen Bürgerbeteiligung macht dieses Projekt besonders.“

Dr. Norbert Reinkober

Geschäftsführer go.Rheinland

go.Rheinland und DB hatten – dank Förderung durch das Land – mittels Bürgermessen sowie eines Online-Dialogs die Bevölkerung sehr früh in den Planungen des S-11-Ausbaus mitgenommen. Hierdurch konnte u.a. der vorzeitige barrierefreie Ausbau der Haltestellen Holweide, Dellbrück und Duckterath bereits mitgedacht werden. Über den intensiven Austausch auf allen politischen Ebenen hinaus wurden die Belange des Umweltschutzes durch die frühe und kontinuierliche Einbindung von Naturschutzverbänden berücksichtigt (weitere Informationen hier). Norbert Reinkober: „Durch dieses Vorgehen haben wir auf dem Planungsabschnitt zwischen Köln und Bergisch Gladbach kaum Einwendungen im Planfeststellungsverfahren. Das ist angesichts des Flora-Fauna-Habitats im Thielenbruch keine Selbstverständlichkeit. go.Rheinland ist es als Verbinder aller Akteure und unter Berücksichtigung der Belange der Betroffenen in der Stadtgesellschaft gelungen, die Interessen der Fahrgäste zu wahren und gleichzeitig durch schonende Bauverfahren einen sorgsamen Umgang mit Natur und Landschaft zu gewährleisten.“ 

Die geplanten Maßnahmen im Detail:

  • zweigleisiger Ausbau der Strecke zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach
  • Bau zusätzlicher Mittelbahnsteige am Hauptbahnhof und in Köln Messe/Deutz
  • Erweiterung des Bahnhofs Bergisch Gladbach auf vier Bahnsteigkanten
  • Bau der neuen Station Köln-Kalk West
  • barrierefreier Aus- bzw. Neubau aller Stationen zwischen Köln-Holweide und Bergisch Gladbach

Nach dem Ausbau der S 11 werden mehr als doppelt so viele S-Bahnen zwischen Bergisch Gladbach und Köln fahren. Gemeinsam mit der neuen Linie S 10 entsteht ein 10-Minuten-Takt nach Bergisch Gladbach, der perspektivisch zu einem annähernden 5-Minuten-Takt verdichtet werden soll.
Im August erreichte das Infrastrukturprojekt einen weiteren Meilenstein: Das Eisenbahn-Bundesamt hat grünes Licht für den Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs (Planungsabschnitt 1.1) und den Ausbau des Bahnhofs Bergisch Gladbach (Planungsabschnitt 2.2) gegeben: Jetzt, da die Planfeststellungsbeschlüsse – und somit Baurecht – vorliegen, kann die DB die Bauleistungen ausschreiben und Sperrpausen eintakten. „Vor zehn Jahren haben wir den Ausbau der S 11 angestoßen. Das klingt lang, ist im SPNV-Kosmos aber nicht viel Zeit. Wenn wir das Tempo halten können, bleiben wir in der Umsetzung bundesweit das schnellste Ausbauprojekt“, so Norbert Reinkober abschließend. Die Planfeststellungsverfahren für die beiden anderen Bauabschnitte laufen derzeit noch.