Betriebliches Mobilitätsmanagement in Zeiten der Korridorsanierungen

Wie go.Rheinland Kommunen und Unternehmen durch ein Jahrzehnt der Baustellen begleitet

Die kommenden Jahre werden erhebliche Einflüsse auf den SPNV im Rheinland haben. Bis 2035 stehen umfangreiche Korridorsanierungen im Schienennetz an – ein Kraftakt, der Infrastruktur modernisiert, aber auch Herausforderungen für Kommunen, Unternehmen und Beschäftigte mit sich bringt. 

Wir möchten unsere Kommunen unterstützen, diese Herausforderungen anzugehen. Millionen Pendler*innen sind täglich unterwegs – zur Arbeit, zur Schule, zur Ausbildung. Mobilität ist Daseinsvorsorge. Deshalb braucht es Lösungen, die auch dann funktionieren, wenn gebaut wird.

Ein wichtiger Baustein, die bevorstehenden Herausforderungen zu bewältigen, ist ein Mobilitätsmanagement, das vorausschauend informiert, Alternativen schafft und Mobilität auch in Bauphasen verlässlich organisiert. Genau hier setzt go.Rheinland an: mit einem starken Fokus auf Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM).

Betriebliches Mobilitätsmanagement entwickelt sich zu einem wichtigen Werkzeug für Kommunen, Unternehmen und Verkehrsverbünde. Es schafft Orientierung, Alternativen und Stabilität – und wird in den kommenden Jahren zum unverzichtbaren Baustein der regionalen Mobilitätsstrategie.

„Betriebliches Mobilitätsmanagement ist kein Nice-to-have. Es ist ein Werkzeug, das Kommunen und Arbeitgeber*innen hilft, Mobilität effizient zu gestalten: Es gilt, den Umweltverbund zu fördern und Wirtschaftsstandorte zu stärken.“

Christoph Overs

Leiter Geschäftsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW

Was ist Betriebliches Mobilitätsmanagement?

Ein Werkzeug, das Mobilität einfacher, verlässlicher und nachhaltiger macht: Betriebliches Mobilitätsmanagement umfasst alle Maßnahmen, die Unternehmen und Kommunen ergreifen können, um die Mobilität ihrer Beschäftigten und Einwohner*innen zu verbessern. Dazu gehören:

  • Mobilitätsanalysen
  • Arbeitgeberangebote wie JobTicket und Deutschlandticket, Mobilitätsbudgets oder Rad- und Carsharing
  • Home-Office-Angebot
  • Anbindung an Shuttles und Schienenersatzverkehr (SEV)
  • Radverkehrs- und Letzte-Meile-Lösungen
  • und Vieles mehr. Etwa Fördermittelberatung, Monitoring, Parkraummanagement, Ladeinfrastrukturplanung, digitale Mobilitätsplattformen…

Betriebliches Mobilitätsmanagement ist damit ein strategisches Steuerungsinstrument, das Mobilität nicht dem Zufall überlässt, sondern aktiv gestaltet.
 

„Wir planen Ersatzverkehre als integralen Bestandteil stabiler Mobilität während der Bauphasen, um den Fahrgästen ein bestmöglich zuverlässiges und leistungsfähiges Angebot machen zu können und ihre Teilhabe am öffentlichen Leben zu erhalten.“ 

Benjamin Uhlendorf

Bereichsleiter SPNV-Planung und -Betrieb

Was die Korridorsanierungen für das Rheinland bedeuten

Die Modernisierung bringt Vorteile – mehr Kapazität, mehr Zuverlässigkeit, weniger Störungen. Doch der Weg dorthin ist anspruchsvoll:

  • lange Bauphasen auf zentralen Achsen
  • gebündelte Sperrungen statt vieler kleiner Maßnahmen
  • hoher Druck auf Ersatzverkehre
  • starke Auswirkungen auf Gewerbegebiete, die oft auf tägliche Pendlerströme angewiesen sind
  • viele bauliche Maßnahmen auf der Schiene und der Straße in einem komprimierten Zeitraum

„Die Korridorsanierungen sind eine Herausforderung – bieten aber auch Chancen, neue Impulse für die Mobilität zu entwickeln und zu erproben. Mit einem starken Betrieblichen Mobilitätsmanagement sorgen wir dafür, dass Beschäftigte auch während der langwierigen und massiven Einschränkungen durch die Sanierungen verlässlich zur Arbeit kommen.“

Dr. Norbert Reinkober

Geschäftsführer go.Rheinland

Chancen in der Herausforderung sehen

Die Korridorsanierungen sind nicht nur eine bauliche Herausforderung – sie bieten auch Gelegenheit, die Mobilität im Rheinland neu zu denken. Wenn zentrale Korridore erneuert werden, entsteht Raum für Veränderungen und Ideen, die sonst schwer durchsetzbar wären.

Gerade jetzt entscheidet sich, ob die Region einen Rückfall in den motorisierten Individualverkehr (MIV) erlebt – oder ob es gelingt, die Mobilitätstransformation zu beschleunigen.

Betriebliches Mobilitätsmanagement und Schienenersatzverkehr spielen dabei eine Schlüsselrolle:

  • Betriebliches Mobilitätsmanagement schafft attraktive Alternativen, die Pendler*innen auch während der Bauphasen überzeugen.
  • Schienenersatzverkehr erhält die Grundmobilität und ermöglicht durchgängige Reiseketten.
  • Gemeinsam helfen sie im Idealfall mit, zu verhindern, dass Menschen dauerhaft auf das Auto umsteigen.
     

Pendlerregion Rheinland– warum die Verzahnung so wichtig ist

Das Rheinland ist eine der stärksten Pendlerregionen Deutschlands:

  • circa 60 % der Beschäftigten pendeln täglich
  • 4 – 4,5 Mio. Wege pro Tag
  • Gewerbegebiete als Mobilitätsknoten
  • Mobilität = Daseinsvorsorge
  • Gewerbegebiete sind oft hochgradig autoorientiert
  • viele Pendelwege verlaufen über genau jene Korridore, die saniert werden

Gemeinsam vorbereitet: go.Rheinland unterstützt seine Kommunen und hilft, Wirtschaftsstandorte zu sichern

Bereichsübergreifende Angebote wie 

  • Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) in der Verwaltung: strukturierte Einführung eines BMM durch Expert*innen,
  • BMM für Unternehmen: Kommunale Mitarbeitende als Multiplikator*innen qualifizieren – Wirtschaftsstandort stärken,
  • Handbuch BMM: der Leitfaden für Mobilitätsmanager*innen,
  • Fortbildung BMM,
  • Vorträge und Workshops bei Unternehmerfrühstücken o.Ä.,
  • regelmäßige digitale Informationsveranstaltungen: Information, Kommunikation und kommunale Lösungsansätze von geplanten Großbaumaßnahmen

verleihen den Belangen von Kommunen und Pendler*innen Gewicht und gewährleisten Unterstützung.
 

Vorbilder voran: Best-Practice Sankt Augustin

Im Jahr 2021 hat Sankt Augustin mit einem verwaltungsinternen Workshop den Startschuss im Betriebliches Mobilitätsmanagement gesetzt. Dieser wurde gemeinsam mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW vorbereitet und durchgeführt. Nach dem Motto „Mobilität ist Chefsache“ war auch der damals neue Bürgermeister Dr. Max Leitterstorf mit dabei und schwor alle Fachbereichsleiter auf den neuen Kurs der nachhaltigen Mobilität in der Kommunalverwaltung ein. 

Im Anschluss kümmerte sich Mobilitätsmanagerin Jasmin Reinecke um die nötigen Analysen, die Konzepterstellung und den Maßnahmenfahrplan, welcher seitdem kontinuierlich umgesetzt wurde. 

So wurden neben subventionierten Jobtickets eine Parkraumbewirtschaftung umgesetzt, Fahrrad-Leasing eingeführt und der kommunale Fuhrpark elektrifiziert und mit Lastenrädern und Pedelecs versehen. Mittlerweile ist Sankt Augustin als eine der Vorzeigekommunen im Bereich Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) etabliert, und teilt das Wissen mit anderen Mitgliedskommunen im Zukunftsnetz Mobilität NRW, etwa über Einsätze bei der BMM-Fortbildung oder interkommunale Austauschrunden.

Nach der mustergültigen Einführung von Betrieblichen Mobilitätsmanagement in der Kommunalverwaltung widmete das Zukunftsnetz Mobilität NRW der Stadt einen Imagefilm.

Die Mobilitätsmanagerin der Kommunalverwaltung Sankt Augustin zur Unterstützung durch das Zukunftsnetz Mobilität NRW: 

„go.Rheinland/Zukunftsnetz hat durch seine Fortbildungsangebote und kontinuierliche Begleitung bei der Umsetzung, die Etablierung unseres Betrieblichen Mobilitätsmanagements ermöglicht. Heute kann ich meine Erfahrungen mit anderen Kommunen teilen und helfen, ein aktives Netzwerk aufzubauen.“

Jasmin Reinecke
Mobilitätsmanagement Stadt Augustin
 

Digitale Inforeihe erfolgreich gestartet

Im Juni 2026 ist die zukünftig halbjährlich stattfindende Informations-Veranstaltungsreihe zu Korridorsanierungen mit fast 100 Teilnehmenden gestartet. go.Rheinland bietet unter dem Motto „Baustellen, Schienenersatzverkehre & kommunale Lösungen“ einen umfassenden Blick auf die kommenden Bauphasen und deren Auswirkungen auf die regionale Mobilität.

Im Fokus stehen die zentralen Fragen:

  • Welche Maßnahmen stehen im Zuge der Korridorsanierungen an?
  • Wie wird der Schienenersatzverkehr organisiert?
  • Wie erfolgt die Fahrgastkommunikation?
  • Wie können Kommunen und Unternehmen Beschäftigte frühzeitig informieren und unterstützen?
  • Welche betrieblichen Mobilitätsmaßnahmen können zum Einsatz kommen?

Fazit der Veranstaltung

Mobilität sichern – auch während Bauphasen.
Die Korridorsanierungen bringen Einschränkungen, aber auch Chancen, Mobilität neu zu denken – flexibler, nachhaltiger und stärker vernetzt. 

Warum Betriebliches Mobilitätsmanagement gerade jetzt entscheidend ist 

  • Gewerbegebiete sind oft stark autoorientiert.
  • Baustellen verschärfen Engpässe und verlängern Wege.
  • Unternehmen benötigen Alternativen, um Erreichbarkeit und Arbeitswege zu sichern.
  • Beschäftigte brauchen verlässliche Informationen und attraktive Optionen.

„Für Städte ist es entscheidend, Unternehmen und Bürger*innen frühzeitig mitzunehmen. Nur so gelingt es, Mobilität auch in Bauphasen gemeinsam zu sichern.“

Daniel Euler

Leiter Stabsstelle strategische Mobilitätsplanung und Klimawandelvorsorge, Stadt Troisdorf

DB saniert Korridore in NRW noch bis 2035

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Erfolgsfaktoren

  • frühzeitige Information
  • enge Abstimmung zwischen Kommune und Unternehmen
  • transparente Baustellenkommunikation
  • flexible Mobilitätsangebote